Was kann man mit einem Jurastudium machen? Berufe & Karrierewege im Überblick
- Annabel

- 12. Juni
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Aug.
Wer Jura studiert, bekommt früh zu hören: „Mit dem Abschluss stehen dir alle Türen offen." Das stimmt – aber nur, wenn du weißt, welche Türen es überhaupt gibt. Denn die Jura-Studium-Berufe sind weit vielfältiger, als die meisten am Anfang denken. Rechtsanwalt ist nur einer von vielen möglichen Wegen. In diesem Guide zeige ich dir, was du mit einem Jurastudium wirklich machen kannst – klassisch, alternativ und zukunftsorientiert.
Das Wichtigste in Kürze
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Inhaltsverzeichnis
Welche Abschlüsse gibt es im Jurastudium?
Die klassischen Jura-Studienberufe
Was verdient man mit einem Jurastudium?
Leistungen
1. Welche Abschlüsse gibt es im Jurastudium?
Bevor wir uns die einzelnen Berufe ansehen, ist ein wichtiger Punkt klarzustellen: Nicht alle Jura-Abschlüsse öffnen dieselben Türen.
Das klassische Rechtswissenschaftsstudium endet mit dem Ersten und dem Zweiten Staatsexamen. Wer beide erfolgreich absolviert, darf sich Volljurist nennen – und hat damit Zugang zu allen klassischen juristischen Berufen.
Daneben gibt es seit einigen Jahren vermehrt Bachelor- und Masterstudiengänge der Rechtswissenschaften. Absolventen tragen dann den Titel „Bachelor of Laws" (LL.B.) oder „Master of Laws" (LL.M.).
Diese Abschlüsse sind wertvoll – aber der Weg zu Rechtsanwalt, Richter oder Notar bleibt ihnen verschlossen. Dafür eröffnen sich interessante Möglichkeiten in der Wirtschaft, in Unternehmen und in neuen Branchen wie Legal Tech.
Der Abschluss bestimmt also, welche Jurastudium-Berufe für dich realistisch sind. Genau das schauen wir uns jetzt im Detail an.

2. Die klassischen Jura Studium Berufe
Diese Berufe sind das, woran die meisten zuerst denken – und sie haben ihren guten Grund für ihre Beliebtheit.
Rechtsanwalt / Rechtsanwältin
Der bekannteste aller Jura-Berufe. Als Anwalt berätst und vertrittst du Mandanten in rechtlichen Angelegenheiten – ob im Familienrecht, Strafrecht, Arbeitsrecht oder anderem.
Du kannst dich in einer Kanzlei anstellen lassen oder dich selbstständig machen. Selbstständige Anwälte erzielen laut der Bundesrechtsanwaltskammer im Schnitt rund 215.000 € Honorarumsatz im Jahr (Stand 2025) – aber das ist ein Umsatz, kein Nettogehalt.
Voraussetzung: zweites Staatsexamen, Zulassung bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer.
Richter / Richterin
Einer der angesehensten Jura-Studium-Berufe überhaupt. Als Richter leitest du Verhandlungen, wägst Argumente ab und fällst Urteile.
Der Weg dorthin ist anspruchsvoll: In der Regel brauchst du ein gutes Ergebnis im Zweiten Staatsexamen, häufig ein sogenanntes Prädikatsexamen. Einsteiger in Bayern erhalten laut aktuellen Besoldungsübersichten rund 5.514 € brutto im Monat.
Voraussetzung: zweites Staatsexamen (Prädikatsexamen empfohlen), deutsche Staatsbürgerschaft.
Staatsanwalt / Staatsanwältin
Als Staatsanwalt vertrittst du den Staat in Strafverfahren, leitest Ermittlungen ein und trittst vor Gericht als Anklagebehörde auf. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt laut aktuellen Daten bei rund 60.300 € brutto.
Voraussetzung: zweites Staatsexamen, in vielen Bundesländern Prädikatsexamen.
Notar / Notarin
Notare beurkunden Verträge und Rechtsgeschäfte – Immobilienkäufe, Testamente, Firmengründungen. Der Notarberuf ist besonders begehrt, die Zulassungen sind begrenzt.
Voraussetzung: zweites Staatsexamen, Bewerbung um eine der beschränkten Notarstellen.
3. Jura in der Wirtschaft: Unternehmen, Compliance und mehr
Nicht jeder Jurist will in eine Kanzlei. Und das ist gut so – denn die Wirtschaft sucht dringend juristische Fachkräfte.
Unternehmensjurist / Legal Counsel
Als Inhouse-Jurist arbeitest du in der Rechtsabteilung eines Unternehmens. Du berätst intern zu Verträgen, Risiken, Regulierung – ohne eigene Mandanten.
Der Vorteil: oft geregeltere Arbeitszeiten als in Großkanzleien, ein festes Gehalt und tiefes Branchenverständnis. Legal Counsel in Unternehmen verdienen im Schnitt rund 8.000 € brutto im Monat, mit Jahresgehältern zwischen 82.600 und 110.000 €.
Compliance Manager
Unternehmen müssen Gesetze einhalten – Datenschutz, Anti-Korruption, Finanzregulierung. Als Compliance-Manager sorgst du dafür, dass das passiert.
Dieser Bereich wächst stark, gerade in regulierten Branchen wie Pharma, Finanzdienstleistungen und Energie.
Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht
Wer sich im Steuerrecht spezialisiert, hat auch Perspektiven bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungskanzleien. Juristisches Wissen kombiniert mit wirtschaftlichem Verständnis ist hier besonders gefragt.

4. Verwaltung, Politik und öffentlicher Dienst
Jura Studienberufe enden nicht bei Gericht oder Kanzlei. Der öffentliche Dienst bietet sichere, vielfältige Stellen.
Verwaltungsjurist in Ministerien und Behörden
Ministerien, Behörden und Kommunalverwaltungen brauchen Juristen für Gesetzgebung, Verwaltungsakte und rechtliche Prüfungen. Hier arbeitest du oft an Themen, die gesellschaftlich relevant sind – von Umweltrecht bis Sozialpolitik.
Im öffentlichen Dienst fallen Verwaltungsjuristen meist in die Besoldungsgruppe A13 bis A16, was je nach Bundesland und Erfahrung zwischen 5.000 und 8.700 € brutto im Monat bedeutet.
Politik
Viele Politikerinnen und Politiker haben ein Jurastudium im Hintergrund. Das juristische Handwerk – präzise Sprache, Gesetze lesen und verstehen, Argumentation – hilft in der politischen Arbeit enorm.
Formale Anforderungen gibt es keine. Aber wer in der Bundespolitik oder auf EU-Ebene arbeiten will, bringt mit einem Jura-Abschluss eine starke Basis mit.
EU-Institutionen und internationale Organisationen
Wer sich für internationales Recht interessiert, findet Möglichkeiten bei der EU-Kommission, dem Europäischen Gerichtshof oder internationalen Organisationen wie dem UN-Menschenrechtsbüro.

5. Alternative Karrierewege: Medien, Beratung, Legal Tech
Das sind die Jura-Studium-Berufe, über die am wenigsten gesprochen wird – aber gerade sie gewinnen an Bedeutung.
Legal Tech und Start-ups
Legal Tech ist die am schnellsten wachsende Nische im juristischen Bereich. Hier entstehen digitale Lösungen für Rechtsprobleme – von automatisierten Vertragsanalysen bis zu KI-gestützten Recherche-Tools.
Juristen mit technischem Interesse oder Programmierkenntnissen sind in diesem Bereich besonders gefragt. Wer schon im Studium KI-Tools wie Lexroom oder Juris KI kennenlernt, hat einen echten Vorteil beim Einstieg.
Ich selbst bin im Legal Tech unterwegs und liebe die Verbindung zwischen IT und Jura. Für alle, die gerne digital arbeiten, ist es ein Einblick wert!
Unternehmensberatung (Consulting)
Große Beratungsunternehmen – McKinsey, BCG, Roland Berger – stellen gerne Juristen ein. Logisches Denken, strukturiertes Arbeiten und Präzision sind Qualitäten, die im Consulting zählen.
Hier brauchst du kein zweites Staatsexamen. Ein guter Jura-Bachelor oder Master reicht oft für den Einstieg.
Medien und Journalismus
Rechtsjournalismus ist ein eigenes Feld. Wer verständlich über Urteile, Gesetzgebung und Rechtspolitik schreiben kann, ist bei Tageszeitungen, Fachverlagen und Rechtsportalen gefragt.
Daneben gibt es Redaktionen bei Unternehmen, die juristische Fachkräfte für die Kommunikation einsetzen – ob für Pressemitteilungen oder Compliance-Kommunikation.
Mediation und Schlichtung
Als Mediator begleitest du Konfliktparteien zu einer einvernehmlichen Lösung, ohne dass es zum Prozess kommt. Juristisches Vorwissen ist hier ein großer Vorteil – auch wenn kein Staatsexamen formell vorgeschrieben ist.

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6. Was verdient man mit einem Jurastudium?
Die ehrliche Antwort: Es kommt stark auf den Weg an, den du wählst.
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Volljuristen liegt je nach Berufsfeld zwischen 57.500 und 180.000 € brutto im Jahr. Die Spanne ist groß – aber das zeigt auch, wie vielfältig die Jura-Studium-Berufe sind.
In Großkanzleien sind Einstiegsgehälter von bis zu 180.000 € möglich, mit steiler Entwicklung nach oben. Associates in solchen Kanzleien verdienen im Schnitt rund 114.000 €.
Im öffentlichen Dienst und in Behörden ist der Einstieg ruhiger – aber planbar und sicher. Richter und Staatsanwälte in Bayern starten in der Besoldungsgruppe R1 bei rund 5.514 € brutto monatlich.
Wer in Metropolen wie München oder Frankfurt arbeitet, verdient laut dem Legalhead-Report 2025 im Schnitt deutlich mehr: Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt liegt dort bei rund 90.700 €, im ländlichen Raum bei etwa 66.000 €.
Dein Examensergebnis spielt eine große Rolle – gerade für den Einstieg. Aber auch ohne Prädikat findest du als Jurist einen guten Job.

7. Welcher Beruf passt zu mir?
Das ist eine der wichtigsten Fragen – und sie ist schwieriger zu beantworten als eine Klausurfrage.
Hier ein paar Fragen, die helfen können:
Willst du direkt mit Menschen arbeiten? Dann sind Anwalt oder Mediator gute Optionen.
Interessierst du dich für Wirtschaft und Unternehmen? Dann solltest du Positionen im Bereich Legal Counsel, Compliance oder Unternehmensberatung in Betracht ziehen.
Bist du technikaffin? Legal Tech ist ein wachsender Bereich mit echten Karrieremöglichkeiten für Juristen.
Willst du Sicherheit und Planbarkeit? Der öffentliche Dienst – Verwaltungsjurist, Richter, Staatsanwalt – bietet beides.
Du liebst das Schreiben und Kommunizieren? Rechtsjournalismus, Compliance-Kommunikation oder politische Arbeit könnten passen.
Jeder Weg ist der Richtige - solange er zu dir passt! Wichtig ist, dass du früh anfängst, verschiedene Bereiche durch Praktika kennenzulernen – das macht deine Entscheidung nach dem Examen deutlich einfacher.
8. Fazit: Jura öffnet viele Türen – wenn du sie kennst
Die Aussage „Mit Jura kann man alles machen" ist kein leeres Versprechen. Sie stimmt – aber nur, wenn du dir im Klaren bist, wohin du willst.
Das klassische Jurastudium Berufe wie Anwalt, Richter oder Notar setzen das Zweite Staatsexamen voraus und verlangen von dir strukturiertes, präzises Arbeiten bis zum Ende. Wer diesen Weg geht, legt sich eine starke Grundlage – fachlich und finanziell.
Wer sich früh für alternative Wege interessiert – Wirtschaft, Legal Tech, Medien, Beratung – hat ebenfalls hervorragende Chancen. Die Kombination aus juristischem Denken und Branchenwissen ist auf dem Arbeitsmarkt selten und gefragt.
Was sich in allen Bereichen zeigt: Jura bildet nicht nur Rechtsexperten aus. Es formt Menschen, die präzise argumentieren, komplexe Sachverhalte strukturieren und Verantwortung übernehmen können. Das ist es, was Juristen in so vielen Berufen wertvoll macht.
Du möchtest nicht nur wissen, was möglich ist, sondern deinen eigenen Weg methodisch sicher gehen? Bei Jurversity begleite ich dich durch dein Studium – von der sauberen Fallstruktur im ersten Semester bis zur gezielten Vorbereitung auf das Examen.

9. FAQ – Häufige Fragen zu Jura-Studium und Berufen
Was kann man nach dem Jurastudium werden, ohne das Zweite Staatsexamen?
Sehr viel. Mit einem Bachelor oder Master der Rechtswissenschaften (LL. B. / LL. M.) arbeitest du in der Wirtschaft – als Unternehmensjurist, Compliance Manager, in der Unternehmensberatung oder im Legal-Tech-Bereich. Die klassischen Berufe wie Anwalt oder Richter sind jedoch dem Zweiten Staatsexamen vorbehalten.
Welche Jura-Studium-Berufe sind am besten bezahlt?
Die höchsten Gehälter findest du in Großkanzleien und als Inhouse-Jurist in DAX-Unternehmen. In Großkanzleien sind Einstiegsgehälter von bis zu 180.000 € brutto möglich. Richter und Staatsanwälte verdienen solide, aber weniger – dafür stabiler und mit guten Beamtenpensionen.
Kann man mit Jura in die Wirtschaft gehen, ohne Staatsexamen?
Ja. Wer einen LL. B. oder LL. M. hat, findet in der Wirtschaft viele Möglichkeiten – von Banken und Kreditinstituten über Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bis zu Legal-Tech-Start-ups. Das strukturierte Denken aus dem Jurastudium ist auch ohne Volljuristenstatus ein echtes Plus.
Lohnt sich ein Jurastudium ohne Prädikatsexamen?
Ja – auch ohne Prädikat findest du als Jurist eine Anstellung. Das Prädikatsexamen öffnet zwar Türen zu besonders gefragten Stellen wie Richter oder in Großkanzleien. Aber auch mit einem soliden „befriedigend" gibt es attraktive Möglichkeiten in Unternehmen, Verwaltung oder kleineren Kanzleien.
Was ist Legal Tech und warum ist es für Juristen relevant?
Legal Tech bezeichnet digitale Anwendungen für juristische Aufgaben – von KI-gestützter Vertragsanalyse bis zu automatisierten Schriftsatzhilfen. Die Branche wächst schnell und sucht Juristen, die rechtliches Wissen mit technischem Verständnis verbinden. Wer schon im Studium entsprechende Tools kennenlernt, hat beim Berufseinstieg einen klaren Vorteil.
10. Mit Jurversity durch Studium und Examen
Jurversity begleitet Jurastudierende durch alle Phasen ihres Studiums – vom ersten Semester bis zur Examensvorbereitung. Mit strukturierten Lernmaterialien, Übungsklausuren und erfahrenen Tutor:innen hilft Jurversity dabei, das Studium effizient und erfolgreich zu gestalten.

Was Jurversity bietet:
Individuelle Online-Nachhilfe (1:1): Offene Fragen klären, Falllösung üben, Struktur entwickeln – abgestimmt auf deinen aktuellen Wissensstand
Klausuren- und Fallkorrektur: Eigene Klausuren einreichen und echtes Feedback bekommen – mit Fokus auf Argumentation, Aufbau und Schwerpunktsetzung
Crashkurse: kompakte Wiederholung zentraler Themen zur Vorbereitung auf Klausuren
Übungsfälle und Musterlösungen: Wissen anwenden und Sicherheit in der Fallbearbeitung aufbauen
Das Ziel: mehr Sicherheit im Jurastudium – fachlich, methodisch und strukturell.
11. Über mich

Hi, ich bin Annabel – Juristin, Informatikerin und Dozentin aus Leidenschaft.
Seit 2021 begleite ich Jurastudierende mit praxisnaher Unterstützung: von den ersten Semestern bis zur Examensvorbereitung. Mit Prädikatsexamen, aktueller Referendariatserfahrung und einem berufsbegleitenden Informatikstudium verbinde ich juristische Fachkenntnis mit strukturiertem Denken.
Bei Jurversity findest du:
Individuelle Online-Nachhilfe – gezielt auf dein Semester und deine Schwächen abgestimmt
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